Zur prädiktive Sonobotanik...

Aktuelle Studien in der Sonobotanik zeigen, dass es enorm schwierig ist, das natürliche Verhalten dieser Pflanzen zu erforschen, weil sie extrem empfindlich auf die Umweltbedingungen reagieren. Das ist ein weiterer Beweis für die Intelligenz und das sensible Gefühlsleben dieser Wesen: Offenbar wollen sie nicht als Versuchskaninchen für menschliche Wissenschaft herhalten.
Das hat in letzter Zeit zur Geburt eines ganz anderen Zugangs in der Sonobotanik geführt: der sogenannten Prädiktiven Sonobotanik. Diese wissenschaftliche Disziplin versucht Modelle der Pflanzen zu erschaffen, die alle bisherigen Erkenntnisse verwendet, um in einer Simulation bestimmte Verhaltens-Aspekte zu modellieren, die bei den Pflanzen vermutet werden. Dadurch kann man das Verhalten der Modelle gut mit dem beobachteten Verhalten der realen Pflanzen in freier Wildbahn vergleichen, und so tiefere Einsichten in die Lebensweise dieser komplexen Wesen gewinnen.

Die Modelle in dieser Ausstellung wurden vom Institut für Prädiktive Sonobotanik erschaffen (IPSO; eine Forschungsgruppe in der Foundation for Auralisation and Computation of Transient Objects: FACTO), und zwar unter Verwendung modernster Technologie: Sensoren messen die Umweltbedingungen wie Helligkeit, Temperatur, Feuchtigkeit und Klang. Diese Daten werden in Rechenmodellen verarbeitet, die in der Klang-Programmiersprache SuperCollider implementiert sind; die Ergebnisse dieser Modelle werden mit den Lautsprechern im physischen Modell auralisiert.
Da das Gebiet der Sonobotanik (und noch mehr die Prädiktive Sonobotanik) in manchen wissenschaftlichen Kreisen als kontroversiell gilt (manche ziehen gar ihre Validität als ernste Wissenschaft in Zweifel), haben die Forscher beschlossen, die Pflanzen über die Welt der Kunst in Kontakt mit einem breiteren Publikum zu bringen, um ihre Modelle realistischen Umgebungen auszusetzen.

Einige Klangbeispiele der Modelle (in Ogg/Vorbis Format):

Stamm
stalk.ogg
Blätter
leaves.ogg
Blumen
flowers1.ogg
flowers2.ogg
Stimme
voice.ogg
© 2005 - IPSO-FACTO